Warum der Durchbruch gelingt

Das Motiv Durchbruch ist das Thema des heutigen Beitrags. Das folgende Diagramm stammt aus der Partie Lund – Nimzowitsch, Oslo 1921. Schwarz am Zug. Welche Merkmale kannst Du feststellen? Wie kann Schwarz Fortschritte erzielen?

d1

In diesem Endspiel spielt Weiß mit zwei Leichtfiguren gegen Turm und zwei Bauern. Die Defensivstrategie von Weiß besteht darin, die Aktivität des Turms einzuschränken und ihm den Zugang zu den ersten zwei Reihen zu verwehren. Schwarz versucht seinerseits die Bauernmajorität am Damenflügel in Bewegung zu setzen.

1..b4 2 axb4 Nachdem sich Schwarz einen potenziellen Freibauer auf der a Linie schaffen kann, beseitigt er die Blockade am Königsflügel und spielt 2..Txh4

d2

3 gxh4 g3

 

d3

Schwarz droht g2, deshalb muss Weiß 4 fxg3 spielen.

Mit dem Qualitätsopfer und anschließenden Bauernopfer erreicht Schwarz, dass der Läufer auf e3 nur vom König gedeckt wird. So wird der Durchbruch auf dem Damenflügel möglich, weil der weiße König die zusätzlichen Aufgaben nicht erfüllen kann.

Nach 4.. c3+ verbietet sich 5 Kxc3, weil der Läufer auf e3 gedeckt werden muss.

d4

Nach 5 bxc3 a3 ist Weiß machtlos gegen die Bauern a-d-f, die schneller als die weißen Bauern das Umwandlungsfeld erreichen. Eine Variante wäre: 6 Kc1 Kxe3 7 h4 f2 oder 6 h4 a2 und Schwarz gewinnt 0-1.

d5

Schlussfolgerung: Eine koordinierte Aktion an beiden Flügeln ermöglichte Schwarz den Durchbruch. Die Gewinnvariante beinhaltete: ein Bauernopfer b4, Qualitätsopfer h4, Bauernopfer g3, Bauernopfer c3. Das geschah mit dem Ziel die Basis des Läufers f2 zu beseitigen, um anschließend einen Fernbauer auf der a Linie zu schaffen. Das Ergebnis dieser Aktion war die Überlastung des weißen Königs, der beide Aufgaben den – a Bauer stoppen und den Läufer auf e3 decken – nicht erfüllen konnte.

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