Die Einsamkeit des Königs

Antwort: Ich wollte mit einer Figur weniger die Damen auf dem Brett behalten, damit der Angriff nicht an Schwung verliert. Deshalb spielte ich 22. Lxf5

d2Nun scheitert 22..exf5 an 23. Dh6+ und 24. Dh7 matt; 22..gxh5 ist nicht möglich, weil der Bauer gefesselt ist. Bleibt nur noch 22..gxf5 23. Lxh6 Dg6 Schwarz versucht den Angriff abzuwenden, indem er Material zurück gibt und die Damen zum Tausch anbieten. Auch mit wenigen Figuren auf dem Brett ist die weiße Initiative anhaltend. Auffallend ist, dass die Figuren Ta8, Sa7 und Ld7 am Spielgeschehen, da wo „es brennt“, nicht teilnehmen.

d324. Lxf8+ Dxh5 25. Txh5+ Kg6

d4Das falsche Feld, denn nun beginnt die Wanderung des alleingelassenen Königs. Mehr Widerstand hätte 25..Kg8 geleistet. Aber Weiß würde den Spielablauf auf den schwarzen Feldern dominieren.

26. Th6+ Kg5 27. h4 Kxg4 28. Ld6 axb4 Der letzte Fehler mit nur noch einigen Sekunden auf der Uhr. Geboten war 28.. f4, um das sofortige Matt abzuwenden.

d529. Kg2 Weiß droht f3 matt. 29..f4 30. f3

d630..Kf5 31. Te5 matt.

d7Fazit: Blitzpartien erlauben während des Spiels nur kurze Analysen. Wichtige Merkmale beim erfolgreichen Blitz sind Intuition und Entscheidungskompetenz. Spieler, die zweifeln und zögern, werden bei den Blitzpartien weniger Erfolg haben. Auch die Behauptung, dass Blitzpartien nicht geeignet sind, um die eigene Spielstärke zu verbessern möchte ich relativieren. Beim Blitz erleben zahlreiche Spieler ein „Flowgefühl“, was ein nicht zu unterschätzender Faktor ist bei der Motivation der Schachspieler. Ein motivierter Student lernt intensiver und erfolgreicher. Neben der psychologischen Dimension möchte ich den schachlichen Aspekt hervorheben. Im Rausch der Blitzpartien lassen sich intuitiv die gelernten Stellungsbilder anwenden. Ein Anfänger, der noch wenige Methoden und Muster kennt, der erfährt die Blitzpartien als ein großes Glücksspiel, weil er keine Ressourcen hat, die er abrufen kann.

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